Jahresversammlung

Kreisverband des Paritätischen hatte eingeladen
Eva Goblet Beiratsvorsitzende Paritätischer Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V., Kreisverband Göttingen, Dr. Hartmut Wolter, Petra Broistedt und Dr. Volker Bullwinkel (v .l. n. r.)

Am Montagabend fand in den Räumen der Freien Altenarbeit Göttingen e.V. die Jahresversammlung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V., Kreisverband Göttingen, statt. Die Kultur- und Sozialdezernentin der Stadt Göttingen, Petra Broistedt, war als Gast eingeladen und stellte aktuelle Schwerpunkte ihrer Arbeit vor.


Zu Beginn gaben Dr. Hartmut Wolter, Geschäftsführer der Freien Altenarbeit Göttingen e.V., die Alten-WG am Goldgraben, freiwillig Engagierte und das Team der Freien Altenarbeit Einblicke in ihre gemeinsame Arbeit. Neben einem breiten Angebot an Erzählcafés und Veranstaltungsreihen für alle Generationen bietet die Freie Altenarbeit mit der „Mobilen Wohnberatung“ Beratung rund um das Thema Wohnraumanpassung im Alter. Daneben ist sie Veranstalter von Fortbildungen und Workshops zu Themen wie Nachbarschaftshilfe und gemeinschaftliches Wohnen und betreut unter anderem gemeinsam mit dem Studentenwerk Göttingen das Projekt „Wohnen für Hilfe“, bei dem Studierende auf Wohnungssuche mit Wohnraumanbietenden aus allen Altersgruppen für Wohnpartnerschaften zusammengebracht werden.


Zurzeit entwickelt die Freie Altenarbeit e.V. mit dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Projekt „Wohnwerkstatt im Dorf“ Treffpunkte, Lernorte und Wohnorte, durch die der soziale Zusammenhalt in den Dörfern trotz der demografischen Entwicklung gestärkt werden soll.


Dr. Volker Bullwinkel, Geschäftsführer des Paritätischen, Kreisverband Göttingen, stellte im Rahmen eines Jahresrückblicks ebenfalls einige aktuelle Projekte vor. Der Paritätische Göttingen ist zum einen verbandlicher Interessenvertreter für über 100 lokale Mitgliedsorganisationen, zu denen auch die Freie Altenarbeit Göttingen gehört. Die haupt- oder ehrenamtlich Mitarbeitenden der Mitgliedsorganisationen sind in der Kinder- und Jugendhilfe, in sozialer, soziokultureller und psychosozialer Arbeit sowie im Gesundheitswesen tätig. Zum anderen bietet er selbst Unterstützung für hilfebedürftige Menschen durch Beratung und zahlreiche Gesundheits- und Sozialdienstleistungen, u.a. den Mahlzeitendienst Essen auf Rädern und einen ambulanten Pflegedienst. Auch bei der Betreuung und Unterbringung von Flüchtlingen in Göttingen ist er neben Organisationen wie der Caritas und dem Roten Kreuz beteiligt.


Aktuell hob Bullwinkel das erfolgreiche Projekt „Ergo AG“ des Paritätischen, Kreisverband Göttingen, hervor, ein auf den Grundschulalltag bezogenes ergotherapeutisches Unterstützungsangebot für Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen. Verhaltensauffälligkeiten, darunter z. B. Störungen der Grob- und Feinmotorik sowie Auffälligkeiten in der Interaktion mit Gleichaltrigen, können frühzeitig identifiziert und einer möglichen weiteren Ausprägung mit Unterstützung der Lehrkräfte und Eltern vorbeugend entgegen gewirkt werden.


Zum Abschluss der Jahresversammlung ging Petra Broistedt in einem kurzen Vortrag auf einige der für ihr Dezernat im Moment besonders wichtigen Themen ein. In Göttingen lebt jedes sechste Kind von Sozialleistungen, daher sei Kinderarmut und die damit verbundene Chancenungleichheit der betroffenen Kinder ein wichtiges Thema. Ein Ansatz, der Chancenungleichheit entgegenzuwirken, sei unter anderem, dass insbesondere an den Übergängen zwischen den einzelnen Bildungsstufen, etwa beim Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule, aber auch beim späteren Übergang in die Berufsschule, Bildungseinrichtungen und Institutionen wie die Berufsberatung aber zum Beispiel auch das Sozialamt enger zusammenarbeiteten, um auch Kindern aus benachteiligten Familien eine erfolgreiche Bildungskarriere zu ermöglichen.


Daneben wies Broistedt noch einmal auf den großen Bedarf an mehr bezahlbarem Wohnraum in Göttingen hin. Eine Besserung der angespannten Situation in diesem Bereich des Wohnungsmarktes sei jedoch angesichts der in den letzten Jahren unter anderem durch zahlreiche Auflagen immer weiter gestiegenen Erstellungskosten für Wohnraum nicht in Sicht. Niedrigere Mietpreise im Neubau ohne massive staatliche Förderung seien betriebswirtschaftlich schlichtweg nicht möglich. Das in diesem Jahr ins Leben gerufene „Göttinger Bündnis für Wohnen“ versuche daher zumindest durch eine bessere Abstimmung aller Beteiligten wie Behörden, Politik und Wohnungswirtschaft die Schaffung von neuem Wohnraum zu fördern. Der Anregung aus dem Publikum, eventuell frei werdende Flüchtlingsunterkünfte als günstigen Wohnraum zu nutzen, erteilte Broistedt eine Absage. Diese Idee sei leider nur in den wenigsten Fällen umsetzbar, da die allermeisten der Unterkünfte im letzten Jahr angesichts des zeitlichen Drucks nur durch eine Sonderregelung bei den Bauauflagen erstellt werden konnten und daher nicht in normalen Wohnraum umwandelbar seien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Kreide 

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