Marktschwankungen möglich

US-Wahl und Finanzmärkte

 

Die Amerikaner haben gewählt. Der 45. Präsident der USA heißt Donald Trump. Wirtschaftspolitisch wirft seine Wahl viele Fragen auf. „Diese Unsicherheit wird sich an den Finanzmärkten zunächst in Form von deutlich erhöhten Schwankungen niederschlagen. Das werden auch die Aktienanleger in Göttingen spüren“, sagt Rainer Hald, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Göttingen. Solche Schwankungen erwartet er allerdings nur für eine begrenzte Zeit. Denn schnell wird sich seiner Einschätzung nach die Erkenntnis durchsetzen, dass Trump sein wirtschaftspolitisches Wahlprogramm nicht wie angekündigt in vollem Umfang umsetzen kann. Somit könnten auf erste negative Marktreaktionen in den Tagen nach der Wahl wieder Erholungsbewegungen folgen. Nach einem Zeitfenster von mehreren Wochen könnten die vorherigen Kurse an den Renten- und Aktienmärkten wieder weitgehend erreicht werden. „Unseren Kunden raten wir daher, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen“, erklärt Hald weiter.


Möglicherweise ist die Wahl Trumps zum US-Präsident ein weiterer Schritt in eine „entglobalisierte“ Welt, in der neue Handelsschranken hochgezogen werden. Denn Trump hat im Wahlkampf die massive Anhebung von Importzöllen gegenüber China und Mexiko angekündigt. Dies würde den Wachstumsausblick nicht nur für die USA, sondern auch für den Rest der Welt verschlechtern, insbesondere für stark exportorientierte Länder wie Deutschland. Zudem machte Trump Wahlkampf mit einer geplanten Steuersenkung für private Haushalte und Unternehmen in Höhe von knapp 34 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Dies soll durch erhöhte Staatsverschuldung finanziert werden. „Die Umsetzung seines Wirtschaftsprogramms wird wohl nur sehr eingeschränkt gelingen“, gibt Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater etwas Entwarnung. Denn offenbar hat Trump nicht einmal in der eigenen Partei eine Mehrheit für seine Pläne. „Daher werden wir mit Prognoseänderungen für Konjunktur und Kapitalmärkte vorsichtig sein.“ Der Chefvolkswirt der Deka geht davon aus, dass ein Präsident Trump in wirtschaftlicher Hinsicht anders handeln wird als es der Wahlkämpfer Trump angekündigt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Gemeinfrei nach Creative Commons CC0

 

Zurück