Steinalte Geheimnisse

HöhlenErlebnisZentrum

 

Bis 2008 war die Iberger Tropfsteinhöhle zwar eine berühmte Schauhöhle, die seit 1874 zahllose Gäste anzog, doch hatte der Mauerfall dem Westharz durch Besucherschwund stark zugesetzt: Groß war seit den 1990er-Jahren die Neugier der Harzbesucher aus den alten Bundesländern auf den östlichen Harz.

 
Auf der Suche nach einem neuen Konzept für die Höhle kam den Planern schließlich eine Sternstunde der Wissenschaft zugute: die spektakulären archäologischen Funde aus der nahegelegenen Lichtensteinhöhle und die sich daran anschließenden DNA-Untersuchungen, die bis heute weltweit für Aufsehen sorgen.


Seit mehr als neun Jahren führt das HöhlenErlebnisZentrum nun die Tropfsteinhöhle und die in einer eigenen Ausstellung aufbereiteten Funde der Lichtensteinhöhle zusammen. Mit der Verbindung von Natur und Archäologie erreicht das HöhlenErlebnisZentrum nun wieder höchst erfolgreich ein überregionales Publikum.


Der Iberg erhebt sich als imposantes Kalkmassiv oberhalb von Bad Grund. Vor etwa 385 Millionen Jahren entstand er als Korallenriff in der Südsee. Auf seiner Wanderung in den Norden erlebte er die Entwicklung der Pflanzen und Tiere, der Dinosaurier und die Auffaltung des Harzes. Im Berg entstanden Eisenerze und später auch Höhlen. Erlebbar wird diese Entwicklung in einer Ausstellung entlang des unterirdischen Weges zur Tropfsteinhöhle, die im Anschluss daran mit ihren Sinterkaskaden und versteinerten Meerestieren beeindruckt.


Die Ausstellung im Obergeschoss des HöhlenErlebnisZentrums widmet sich den bronzezeitlichen Toten aus der Lichtensteinhöhle. Dank geradezu detektivischer Ermittlungsarbeit fanden Archäologen und Anthropologen seit der Entdeckung in den 1980er-Jahren heraus, dass es sich um einen Familienclan handelt, der vor fast 3.000 Jahren lebte. Doch damit nicht genug: DNA-Untersuchungen zeigten, dass mit größter Wahrscheinlichkeit in der Region noch heute Nachfahren der Großfamilie leben, unter anderem Manfred Huchthausen, der das HöhlenErlebnisZentrum regelmäßig besucht.  


„Die Ausstellung ist für Jung und Alt konzipiert“, sagt Lisa Koschnitzke-Wirth, die sich im Zentrum um das Marketing kümmert. „Mit anschaulichem Bezug zu heute wird das Leben und Sterben der bronzezeitlichen Großfamilie gezeigt. Groß und Klein können durch einen Nachbau des Lichtenstein-Höhlengrabes kriechen, Animationen lassen bronzezeitliche Felszeichnungen lebendig werden, und an Hörstationen kann man fiktiven Dialogen zwischen den Bronzezeitlern und ihren heutigen Nachfahren lauschen.“

 

 


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Foto: Günther Jentsch  

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