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225 Jahre Göttinger Köpfe

Axel Müller

 

Dass ein Familienunternehmen 225 Jahre alt wird, ist schon etwas Besonderes. Der Göttinger Salon Müller feiert in diesem Jahr ein solches Jubiläum. Die Geschichte der Göttinger Friseurdynastie beginnt 1793, als Johann Justus Hilcke die Leitung der Perückenmacherei des erkrankten Meisters Johann Daniel Knoop übernimmt. Von da an sind nachfolgende Generationen zunächst als Perückenmacher und ab Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend als Friseure tätig. In den 1880er-Jahren vergrößert sich der Familienbetrieb vom Einmann-Meisterbetrieb zum Friseurgeschäft mit mehreren Angestellten. Heute arbeiten im Unternehmen, das Axel Müller in der nunmehr achten Generation führt, 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Der 50-jährige Friseurmeister hat den Salon 1995 von seinem Vater übernommen. Seit dieser Zeit hat er zwei aufwendige Renovierungsumbauten durchgeführt, die zweite wurde dieses Jahr abgeschlossen. „Betriebswirtschaftlich gehört zu jedem Umbau eine gehörige Portion Mut“, sagt Müller, „aber neben der Tradition ist für ein Familienunternehmen eben auch stetige Veränderung wichtig, gerade was das Design und die Ausstattung des Ladens angeht.“ Der neu gestaltete Salon setzt auf weiße Oberflächen und Holz und erfüllt so den visuellen Anspruch, den Kundinnen und Kunden heute an ein Friseurgeschäft haben. Handwerkliches Können und das Wissen um die passende Frisur für die Kundinnen oder den Kunden sei sicher der wichtigste Teil des Erfolgs, betont Müller. Doch fast ebenso wichtig sei die Außenwirkung und die Ladeneinrichtung des Friseursalons. Durch sie könne man der zahlreichen Laufkundschaft, die neben der großen Zahl langjähriger Stammkundinnen und -kunden ebenfalls wichtig für den Salon ist, mit einem Blick vermitteln, dass er und sein Team auf der Höhe der Zeit seien.

 
Für Müller ist die Familientradition keine Belastung. Schließlich ist er mit Leib und Seele Friseur: „Ich mag den handwerklichen Teil meiner Arbeit, und ich mag es, wenn Menschen sich nach einem Besuch bei uns wohlfühlen und wir sie glücklich machen konnten.“ Schon als kleines Kind sei er zwischen den Stühlen im Laden umhergewuselt und habe früh gewusst, dass er genau diesen Beruf später einmal ausüben wolle. Im Gegensatz zu seiner wenige Jahre älteren Schwester, für die ebenso bereits als Kind klar war, dass sie beruflich einen anderen Weg einschlagen wollte.
Trotz der langen Tradition des Hauses, dem guten Namen, den das Unternehmen in Göttingen hat, und dem kollegialen Betriebsklima spürt auch Axel Müller, dass es zunehmend schwieriger wird, Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildung für den Friseurberuf zu finden. Noch stärker als früher will er daher mit Schulen zusammenarbeiten, um Jugendliche früh für das Handwerk, dem seine Familie seit über 200 Jahren treu geblieben ist, zu gewinnen.

 

Foto: Axel Müller im kürzlich renovierten Salon.

 

 

 

 

 

Foto Teaser und Artikel: Mirko Plha

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